Fakten zur Windenergie – Teil1
Die Bedeutung der erneuerbaren Energien wird stetig zunehmen. Schon in den letzten Jahren rückte die Nutzung von Wasser, Wind, Sonne und Biomasse immer stärker in das Bewusstsein der Menschen. Ihr Einsatz und der weitere Ausbau wird außerordentlich positiv gesehen. Dem Wunsch nach einer intensiveren Nutzung regenerativer Energien stehen jedoch auch eine Reihe von Fragen gegenüber.
Der Bundesverband WindEnergie e.V. hat deshalb die wichtigsten Fakten zur Windkraft von A bis Z in dieser Broschüre zusammengestellt.
- Arbeitsplätze Die Windenergie, die 1999 rund zwei Prozent zur nationalen Stromerzeugung beisteuerte, beschäftigt bereits heute mehr als 25 000 Menschen. In der Atomwirtschaft, deren Reaktoren im gleichen Jahr rund 31 Prozent des bundesdeutschen Strombedarfs deckten, arbeiten rund 40 000 Beschäftigte – die Windkraft hat einen zehnfach höheren Arbeitsplatzeffekt als die Atomkraft. Nach Schätzung der IG Metall und des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ist in Folge des Erneuerbaren-Energien- Gesetzes bundesweit mit rund 100 000 neuen Arbeitsplätzen zu rechnen. Eine Verdreifachung der erneuerbaren Energien in Europa besitzt ein Potenzial von zwei Millionen zusätzlichen Arbeitsplätzen. In Dänemark ist die Windenergieindustrie die drittgrößte Exportbranche, sie liegt noch vor der traditionellen Fischerei-Industrie.
- Diskoeffekt An sonnigen Tagen kann der Diskoeffekt im Nahbereich von Windturbinen in Form von Lichtreflexen an den Rotorblättern auftreten. Diese Lichtreflexe sind jedoch nur zufällig und kurzzeitig wahrnehmbar.Mit einer Beeinträchtigung über mehrere Stunden ist nicht zu rechnen. Verursacht wird dieser Effekt im Allgemeinen durch spiegelnde Oberflächen. Die Hersteller tragen mittlerweile matte Farben auf die Rotorflächen auf, so dass der Diskoeffekt bei neueren Maschinen keine Rolle mehr spielt. 53 Energiebilanzen von Kraftwerken Mit einer Windkraft-Anlage lässt sich während der 20jährigen Nutzungszeit rund 20 bis 100 mal soviel Energie gewinnen wie für ihre Herstellung, Nutzung und Entsorgung verbraucht wird. Bei konventionellen Kraftwerken beträgt dieser »Erntefaktor« nur 0,3 bis 0,4, da während des Betriebs ständig Energie in Form von Rohstoffen zugeführt werden muss. An einem guten Standort kann eine Windturbine schon in knapp vier Monaten die für Herstellung, Betrieb und Entsorgung verbrauchte Energie wieder erzeugen. Nicht zu vergessen: Am Ende der Betriebszeit ist die Anlage einfach abzubauen und wiederoder weiterzuverwenden.
- Energiesparen Der Einsatz erneuerbarer Energien und intensive Energiesparmaßnahmen müssen sich ergänzen. Jede eingesparte Kilowattstunde konventioneller Energie muss erst gar nicht durch regenerative Energien ersetzt werden. Energieeinsparung ist daher ein wesentlicher Bestandteil der Energiewende. Das Potenzial der Einsparmaßnahmen in Deutschland liegt bei rund einem Drittel des heutigen Verbrauches. Alleine durch die Stand-by-Funktion in elektrischen Geräten werden jährlich über zwanzig Milliarden Kilowattstunden verschwendet – das entspricht der gesamten Stromproduktion der vier ältesten deutschen Atomkraftwerke.
- Externe Kosten Unter Externen (sozialen) Kosten versteht man die Kosten, welche nicht in die betriebswirtschaftliche Preisberechnung einfließen, sondern von der Allgemeinheit getragen werden. Ein Ausgleich durch die Verursacher erfolgt nicht. Bezogen auf den Energiesektor gehören hierzu unter anderem Tankerhavarien, Säuberung verstrahlter und verschmutzter Gebiete und politische sowie militärische Sicherung der Zugänge zu den Rohstoffen. Diese Kosten, welche nur bei der Versorgung mit fossilen Energien entstehen, sind großenteils nur schwer zu quantifizieren und fließen bislang nicht in die Preise der konventionellen Stromerzeugung ein. Würden sie jedoch berücksichtigt, verteuerte sich die Stromerzeugung bei Kohle und Atomkraft um fünf bis 60Pf/kWh. Derzeit zahlt die Allgemeinheit diese ökologischen und politischen Folgekosten mit ihren Steuergeldern. Durch die Nutzung regenerativer Energien werden Schadstoffträchtige Brennstoffe und daraus resultierende Umwelt- und Gesundheitsschäden sowie Import-Abhängigkeiten bei Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran vermieden. Jede eingespeiste Kilowattstunde aus erneuerbaren Energien hat also einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen. Die erneuerbare Energiegewinnung bräuchte den vielbeschworenen Wettbewerb nicht zu fürchten, würden die Strompreise der ökologischen Wahrheit entsprechen. Bei einer korrekten volkswirtschaftlichen Gesamtbetrachtung – auch unter Einbeziehung der externen Kosten – ist die Windkraft neben der Wasserkraft schon heute die ökonomisch und ökologisch effektivste Stromquelle.
- Flächenbedarf Bei einer jährlichen Stromerzeugung von rund 150 Milliarden Kilowattstunden hat die deutsche Braunkohle derzeit einen Flächenbedarf von rund 700 km2. Für die gleiche Strommenge würden Windkraft-Anlagen nur 15 Prozent dieser Fläche versiegeln. Das im Rheinland geplante Braunkohleprojekt Garzweiler II soll auf einer knapp 50 km2 großen Fläche 40 Jahre lang jährlich rund 30 Mrd. kWh liefern. Würde man eine Fläche gleicher Größe mit 30 000 Windturbinen der 1,5-MW-Klasse bebauen, könnten diese Anlagen jährlich 90 Mrd. kWh Strom erzeugen – das Dreifache des Braunkohle- Tagebaus Garzweiler II. Darüber hinaus kann die Fläche unter den Anlagen landwirtschaftlich genutzt werden.
























März 24th, 2010 at 19:16
Dieser Blog sieht wirklich sehr gut aus. Um sowas richtig geiles zu entwerfen muss man sich schon lange Zeit nehmen und ne Menge Ahnung haben.