Fakten zur Windenergie – Teil3
Öffentliche Meinung Die große Mehrheit der Bundesbürger bewertet die moderne Windkraft außerordentlich positiv. Mehrere Umfragen sowohl speziell in Urlaubsgebieten mit hohem Anteil an Windturbinen als auch bei bundesweiter Betrachtung zeigen, dass die Bevölkerung eine weitaus intensivere Nutzung der erneuerbaren Energien wünscht. Bei einer Emnid-Umfrage äußerten sich 1997 rund 88 Prozent der Befragten positiv zur Windenergie. Bei einer Befragung des ipos-Instituts im Auftrag der Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke (VDEW) Ende 1998 zeigte sich, dass über 80 Prozent der Deutschen eine verstärkte Nutzung aller erneuerbaren Energien wollen.
- Regionale Wirtschaftsimpulse Die rund 8 500 Windkraft-Anlagen, die Mitte 2000 bundesweit Ökostrom erzeugen, bedeuten für viele strukturschwache Gebiete wichtige regionale Wirtschaftsimpulse. Die Windkraft schafft neue Arbeitsplätze, verhindert den Abfluss der Kaufkraft, sorgt für Gewerbesteuereinnahmen und stärkt die landwirtschaftlichen Betriebe, für die der Windstrom-Verkauf ein weiteres wirtschaftliches Standbein bedeutet. Vielerorts ist es auch zur Gründung eigener Bürgerwindparks gekommen. Der Einsatz der Einwohner für ihren »persönlichen« Ausstieg aus der Stromversorgung durch fossile Energieträger hat vielerorts neue Vereine, Gruppen und Kooperativen an einen Tisch gebracht und dadurch ländliche Räume belebt. Genau diese Entwicklung hat positive Folgen für die Zukunftsperspektiven junger Leute in ländlichen Gebieten.
- Rohstoffreserven Die weltweiten Vorräte an Öl, Gas und Uran sind in wenigen Jahrzehnten erschöpft, und auch die Kohlevorräte sind begrenzt. Fossile und atomare Ressourcen sind prinzipiell endlich. Auch die Entdeckung neuer Vorkommen kann das Ende nur hinauszögern. Die heute erwachsene Generation wird dies aller Voraussicht nach anhand steigender Preise erfahren. Die Jugend von heute wird wahrscheinlich schon die Folgen einer drastischen Verknappung der Rohstoffe Öl und Gas erleben. Selbst wenn noch einige zusätzliche Energievorräte entdeckt werden, kann das globale Ökosystem schon die Verbrennung der jetzt bekannten Ressourcen nicht mehr verkraften. Daneben gefährdet die ungesicherte Entsorgung des Atommülls unsere Gesundheit und die unserer Nachkommen auf unabsehbare Zeit. Die erneuerbaren Energien bieten dagegen ein unerschöpfliches Potenzial und sind, im Gegensatz zur Kernfusion, bereits heute verfügbar. Eine Umstellung der Energieversorgung braucht jedoch Zeit. Aus diesem Grund ist es wichtig, schon heute mit dem Aufbau einer sauberen, sicheren und zukunftsfähigen Energieversorgung zu beginnen.
- Potenzial der erneuerbaren Energien Sonne,Wasser, Wind, Biomasse und Erdwärme bieten jährlich ein vielfaches Potenzial im Vergleich zum weltweiten Energieverbrauch. Allein die Sonneneinstrahlung auf die Erde übertrifft den Bedarf um das 15 000fache. Die Nutzung und der forcierte Ausbau der erneuerbaren Energien sind der einzige energieund klimapolitisch sinnvolle Weg, die Lebensqualität auf unserem Planeten zu erhalten. Die Enquetekommission des Deutschen Bundestages hielt es schon 1990 für realistisch, dass bis zum Jahr 2050 rund 70 Prozent der Gesamtenergie aus erneuerbaren Quellen erzeugt werden. Bis zum Jahr 2020 ließen sich alleine mit 25 000 modernen Windturbinen etwa 25 Prozent des dann benötigten Strombedarfs decken. In Schleswig-Holstein werden bereits Mitte 2000 über 18 Prozent des landesweit benötigten Stroms aus Windkraft erzeugt, im Kreis Nordfriesland sogar um die 70 Prozent.
- Schadstoffeinsparung Jede mit Windturbinen erzeugte Kilowattstunde spart die Verbrennung fossiler Rohstoffe. Die dadurch eingesparten Schadstoffe verglichen mit einem Braunkohlekraftwerk belaufen sich bei einem Windpark mit 6 Megawatt installierter Leistung auf jährlich ca.: 10 Mio. kg Kohlendioxid, 67 450 kg Schwefeldioxid, 26 600 kg Stickoxide, 8 550 kg Kohlenmonoxid und 1 710 kg Staub. Im Vergleich zu einem Atomkraftwerk spart dieser Windpark 29 kg Atommüll im Jahr.
- Schallentwicklung Die von Windkraftwerken ausgehenden Schallemissionen sind ein wesentlicher Faktor in der Planungsphase. In der technischen Anleitung zum Schutz vor Lärm (TA-Lärm) sind konkrete Vorgaben für Geräuschpegel festgelegt, die in Wohn-,Misch- und Gewerbegebieten nicht überschritten werden dürfen. Um eine Baugenehmigung zu erhalten, ist die Einhaltung dieser Grenzwerte durch ein Gutachten nachzuweisen. In Einzelfällen ist es heute auch möglich, bei Anlagen, die schon in Betrieb sind, die Einhaltung der Grenzwerte zu den vorgegebenen Zeiten im Nachhinein sicherzustellen, beispielsweise durch eine Drehzahlreduzierung. Außerdem überlagern Umgebungsgeräusche von rauschenden Bäumen und Büschen sowie Straßen und sonstige Alltagsgeräusche die Lärmentwicklung von Windenergie- Anlagen. Deshalb ist mit keiner nennenswerten Beeinträchtigung durch Lärmentwicklung zu rechnen. Moderne, leistungsstarke Turbinen sind besser gedämmt und laufen langsamer als ältere Modelle, womit das Problem der Lärmemissionen weitgehend an Bedeutung verloren hat.
- Schattenwurf Bezeichnung des sich bewegenden Schlagschattens, der bei Sonnenschein von den Rotorblättern ausgeht. Der Schattenwurf ist abhängig von den Wetterbedingungen, der Windrichtung und dem Sonnenstand sowie dem Betrieb der Anlage. Unterschieden wird zwischen der theoretisch maximal möglichen Einwirkzeit, wobei stets Sonnenschein, eine ungünstige Windrichtung und drehende Rotoren vorausgesetzt werden, und der realen Einwirkzeit, in welcher der Schatten unter normalen Wetterbedingungen berechnet wird. Untersuchungen haben ergeben, dass Schattenwurfzeiten nur 20 Prozent der theoretisch möglichen absoluten Schattenwurfdauer von maximal 30 Stunden im Jahr betragen. Bei Grenzfällen ist im Baugenehmigungsverfahren mit einem Gutachten nachzuweisen, dass keine unzulässigen Schattenemissionen auftreten. Im Vergleich zu Windturbinen ist der von Bäumen und Laternen am Wegrand ausgehende Schattenwurf während einer Auto- oder Zugfahrt wesentlich intensiver.
- Subventionen Als sich die Bundesregierung nach den Ölpreiskrisen zum Ausbau der Atomkraft entschloss, flossen massiv Gelder in die nukleare Entwicklung und den Bau der Reaktoren (insgesamt mehr als 160 Mrd. DM bis Ende 1995). Gegenwärtig erhält die Atomindustrie noch Unterstützung in Milliardenhöhe und zwar in Form von steuerfreien Rückstellungen, Zuschüssen für die Forschung und indiskutabel niedrigen Versicherungsprämien. Auch in die Steinkohle fließen nach wie vor Milliarden, bis zum Jahr 2005 allein 69Mrd.DM. Die Steinkohle hat ihren Beitrag zum Wiederaufbau Deutschlands in der Nachkriegszeit geleistet, was nicht vergessen werden soll, aber auch kein Argument für eine Dauersubventionierung sein darf. Es gibt legitime Gründe für eine staatliche Lenkung von Finanzhilfen im Energiesektor. Für den Fall der Unterstützung erneuerbarer Energien bedeutet dies lediglich, dass Gelder im Staatshaushalt umgelenkt werden, welche aufgrund der externen Kosten ohnehin die Staatskasse und damit den Steuerzahler belasten.
- Tourismus Die Auswirkungen von Windturbinen auf touristisch geprägte Gebiete werden oft falsch eingeschätzt. Bisherige Untersuchungen haben gezeigt, dass auch Touristen die modernen Ökokraftwerke eher positiv bewerten und es keinen Zusammenhang zwischen dem Touristenaufkommen und der Anzahl von Windturbinen vor Ort gibt. Besichtigungstouren und Windmill-Climbing sowie Aussichtsplattformen auf den Anlagen können das touristische Angebot sogar wesentlich bereichern. Darüber hinaus stehen Windmühlen auch als Zeichen für eine ökologisch orientierte Entwicklung und Umweltschutz, was gerade in Tourismusgebieten zu einem positiven Image beiträgt.























